Samstag, 4. März 2017

Busbeschleunigung am Eppendorfer Marktplatz

ME plant mit


Wo soll´s künftig langgehen am Eppendorfer Markt?
„Die Bettelampel Ecke Eppendorfer Land- und Martinstraße sollte weg“ und „In der Rushhour blockieren Autos die Kreuzung Eppendorfer Marktplatz und Heinickestraße“. Das waren zwei Themen, die am 28. Februar 2017 vier Mitglieder der AG Barrierefrei mit Beschleunigungs-Fachleuten vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer besprochen haben. „Die Umplanung des Eppendorfer Marktplatzes wird in einem aktiven und öffentlichen Beteiligungsverfahren stattfinden, das dem formalen Abstimmungsprozess vorgelagert ist“, erklärte Dr. Leonie Lange.  In Begleitung von Ihrem Kollegen Roland Hansen, Projektleiter für das Programm, hatte sie ins Kulturhaus zum Gespräch geladen. „Wie ist denn die Situation am Eppendorfer Marktplatz aus Ihrer Sicht?“, wollte Frau Lange wissen.
Eppendorfer Marktplatz heute
Unsere kleine Runde (Ute, Heidemarie, Wolfang, Hans) schaltete zunächst einmal einen Gang zurück. Wir berichteten von unseren Erfahrungen um die Baustelle Martini-/Tarpenbekstraße, vor allem von unzureichenden Ausschilderungen für alle Verkehrsteilnehmer. Und dass die Informationen für Anwohner beim nächsten Bauvorhaben wesentlich verbessert werden müssen.
Dann galt unser Augenmerk dem Marktplatz. 
U.a. haben wir vier Kritikpunkte genannt:
  • Die Haltestelleninsel in Richtung stadtauswärts ist zu schmal
  • Der Radweg in Richtung Stadt führt um das Imbiss-Häuschen, teilweise mit radelndem Gegenverkehr
  • Fuß- und Gehweg in der Eppendorfer Landstraße sind an einigen Stellen so schmal, dass sich Radler und Fußgänger in die Quere kommen
  • In Richtung Stadt stehen manchmal drei Busse hintereinander, so dass Fahrgäste nicht wissen, ob der dritte an der Haltestelle noch einmal anhält.

Der Marktplatz im Plan
Frau Dr. Lange schrieb eifrig mit, ohne Zusagen machen zu können. Mit verschiedenen anderen Beteiligten haben die Planer schon gesprochen: u.a. Bezirksverwaltung, Seniorenbeirat, ADFC und Bürgerverein. Frau Dr. Lange: „Wir wollen die Vielzahl der Interessen erfassen“. Geplant sind noch Gespräche mit den politischen Fraktionen und Gruppen im Bezirk Nord sowie eine Passanten- und Anliegerbefragung. Die öffentliche Auftaktveranstaltung soll vor den Hamburger Sommerferien stattfinden, gefolgt von voraussichtlich zwei Workshops und einer öffentlichen Abschlussveranstaltung. Das informelle Beteiligungsverfahren wird voraussichtlich im ersten Quartal 2018 abgeschlossen, danach beginnt das formale Abstimmungsverfahren. 2019 soll die Busbeschleunigung am Eppendorfer Marktplatz in Fahrt kommen.


Wir werden den Planungsprozess weiter verfolgen und schauen, ob und dass von unseren Ideen etwas übrig bleibt.


Hans Loose

Mittwoch, 8. Februar 2017

Bezirk Hamburg-Nord sucht aktive Senior*innen

„Das Bezirksamt Hamburg-Nord sucht Frauen und Männer der Generation 60 plus, die Freude daran haben, sich für die Belange und Interessen älterer Menschen einzusetzen.“ Mit diesen Worten möchte das Bezirksamt noch bis zum 18. Februar 2017 Senior*innen zur Teilnahme an der Senioren-Delegiertenversammlung  gewinnen für die nächsten vier JahreDie Delegierten werden von Senioren-Einrichtungen oder -Organisationen benannt. Entsandt werden auch Interessierte, die 20 Unterstützer*innen im Seniorenalter schriftlich nachweisen können.

MARTINIerLEBEN hat erneut Mitglied Heidemarie Lange gemeldet, eine Dulsberger Kirchengemeinde schickt zum dritten Mal Helmut Krumm.
Heidemarie Lange
Heidemarie Lange
Heidemarie Lange hat seit Jahren Erfahrungen in der Quartiersarbeit, vor allem zum Thema Barrierefreiheit. Sie nimmt als Gast regelmäßig an den Sitzungen des Regionalausschusses teil - und als Bürgerin kein Blatt vor den Mund. „In den Delegiertenversammlungen interessieren mich vor allem die Vorträge“, berichtet die Seniorin. Sie hat manche Anregung in ihren Verein mitgenommen.

Helmut Krumm haben die Delegierten bereits zwei Mal in den Seniorenbeirat gewählt. „Ich habe fast acht Jahre gebraucht, um den ganzen Apparat hier zu verstehen“, schmunzelt Krumm. Zu den Erfolgen des Beirats in den letzten Jahren zählt er vor allem zwei Dinge: Verbesserungen in der Pflege und einen großen Schritt in Richtung Barrierefreiheit.  
  • In den Alten- und Pflegeheimen gibt es auch künftig keine Sechs- und Acht-Bett-Zimmer mehr. Das Hamburgische Pflegegesetz regelt, dass jede Seniorin und jeder Senior ein Recht auf ein eigenes Zimmer hat.
Geteilte Querung
"Geteilte Querung"
  •  Auch ist der Beirat an fast allen Veränderungen im Straßen- verkehr beteiligt. Aktuell hat der Landesbetrieb deshalb an der Ecke Martini-/Tarpenbekstraße eine „geteilte Querung“ für Fußgänger umgesetzt: Für Rollator- und Rollstuhl-Fahrer ist der Bordstein auf Null abgesenkt, Sehbehinderte finden mit ihrem Stock eine 6 cm Kante, um den Beginn der Fahrbahn ertasten zu können.

Helmut Krumm
Helmut Krumm
Was den ehemaligen IT-Spezialisten nervt, ist das noch immer vorhandene Schachteldenken in der Politik: da gibt es Zuständigkeiten für Jugend, Familien, Behinderte, Alte. Und für diese Gruppen wird jeweils Geld ausgeschüttet – oder auch nicht. So will es die Politik, dass die meisten Seniorentreffs in Hamburg ehrenamtlich betrieben werden, mit einem Tagegeld für Essen, Honorare, Material von rund 35 Euro. Gleichzeitig hat sich die Realität außerhalb von Behörde weiter entwickelt. „Zu unserem Seniorentreff Dulsberg kamen viele Migranten, auch jüngere“, berichtet Krumm. Iraner waren Anlass, dass sich das Angebot des Seniorentreffs ändern musste. Wunsch nach Gespräch, Fortbildung, Sport und der Wille zu Kontakt mit anderen ist nicht nur ein Thema für die Älteren. Nach einiger Recherche konnte der Treffpunkt eine Stiftung als Unterstützer gewinnen. Deshalb gibt es jetzt im Seniorentreff ein Erzählcafé, Sprachkurse, Singen für Jung & Alt und vieles mehr.
Die Diskussion über die Zukunft der Seniorentreffs haben nicht nur die Dulsberger, sondern auch viele Mitstreiter*innen in Delegiertenversammlung und Beirat getragen. 
Aktivtreff Winterhude
Aktivtreff Winterhude
„Die Idee der Mehr-Generationen-Treffs könnte von uns stammen“, sagt Heidemarie Lange. Schließlich arbeitet MARTINIerLEBEN seit über 10 Jahren generationen-übergreifend. Bei einigen Beiratsmitgliedern bestanden indes zunächst Bedenken: „Wir möchten nicht von den Jungen verdrängt werden“, lautete die Befürchtung. Auch die Verwaltung, so Helmut Krumm, freundete sich eher zögerlich mit dem neuen Gedanken an. Besonders, weil die Aktivist*innen auch noch erklärten, die Angebote in den „Seniorentreffs“ sollten künftig durch Hauptamtliche gestaltet werden. Nach intensiver Diskussion hat sich der Seniorenbeirat Nord inzwischen für quartiersnahe Begegnungsstätten ausgesprochen, die grundsätzlich von Menschen jeden Alters genutzt werden können. Problem wird sein, diese Idee in den Köpfen der Beteiligten sowie der Politik weiter umzusetzen.

Text: Hans Loose - Bilder: MARTINIerLEBEN

Broschüre des Landes-Seniorenbeirats
Broschüre des Landes-Seniorenbeirats:
Die Generation 60+ ist gefragt 

Generationen-übergreifend tätig werden

Interview mit Petra Schröder, Bezirksamt Hamburg-Nord


Petra Schröder, Bezirksamt Hamburg-Nord
Frau Schröder, der Seniorenbeirat Hamburg-Nord hat sich für quartiersnahe Begegnungsstätten ausgesprochen, die grundsätzlich von Menschen jeden Alters genutzt werden können. Werden die Seniorentreffs jetzt platt gemacht? 
Nein, wir unterstützen das Anliegen des Beirats, generationsübergreifend in den Seniorentreffs tätig zu werden. Seit einigen Jahren haben sich die Träger der Treffs auf den Weg gemacht, solche generationsübergreifenden Aktivitäten anzubieten. Wir arbeiten gemeinsam mit ihnen an dieser Entwicklung. Das heißt aber auch, dass ältere - und jüngere - Menschen, die das wollen, bei bestimmten Themen oder Anlässen weiterhin ihre eigenen Gruppen bilden können und sollen.

Welche Möglichkeit der finanziellen Förderung von Einrichtungen, die über traditionelle Angebote für Senioren hinausgehen wollen, sehen Sie? 
Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) regelt über die Förderrichtlinie die Standards.  Wir unterstützen darüber hinaus innovative Projekte, besonders für generationsübergreifende Aktivitäten, z.B. bei zusätzlichen Bildungs- oder kreativen Angeboten. Allerdings darf es keine Doppelförderung geben. Sondermittel im Bezirk stehen aufgrund politischer Entscheidungen bereit, ebenfalls der Quartiersfonds. Wenn bei geplanten Projekten die Möglichkeiten des Bezirks erschöpft sind, berate ich die jeweilige Einrichtung, wie ein entsprechender Antrag an die Fachbehörde gestellt werden kann. Der Verein MARTINIerLEBEN  hat z.B. in der Vergangenheit Geld aus dem Bundesprogramm „Anlaufstelle für ältere Menschen“ erhalten und wird mit Mitteln aus dem bezirklichen Quartiersfonds unterstützt. Aktuell hat Barmbek°Basch mit Unterstützung des Bezirksamtes erfolgreich einen Antrag auf Förderung als Mehrgenerationenhaus beim Bund gestellt. Hiervon werden auch die dort vorhandenen Seniorentreffs profitieren.

Ohne ehrenamtliches Engagement müssten die meisten Senioren- bzw. Aktivtreffs oder Treffpunkte dichtmachen. Um die Qualität des Angebots zu erhöhen, fordern zahlreiche Betreiber hauptamtliche Beschäftigte. 
Alle Senioren-Treffpunkte erhalten im Bezirk Hamburg-Nord eine jährliche Zuwendung bis zu 9.000 Euro. Die Zuwendung richtet sich nach den Öffnungszeiten der jeweiligen Einrichtung. Der Bezirk übernimmt für einen Großteil der Treffs die Betriebskosten und – wo notwendig – die Miete. Es gibt wenige Seniorentreffs in Hamburg, die hauptamtlich geleitet werden. Diese befinden sich in der Regel in sozialen Brennpunkten und bieten neben Freizeitangeboten auch Beratung für ältere Menschen an. Die Frage hauptamtlicher Beschäftigung kann nicht in Hamburg-Nord geklärt werden, sondern muss letztlich durch Senat und Bürgerschaft entschieden werden.

Wie funktioniert die Kooperation zwischen den anderen Fachleuten von Gesundheit, Jugend und Familie im Bezirksamt? 
Die Bereitschaft zur Kooperation mit den Kolleginnen und Kollegen im Hause und den Fachbehörden gestaltet sich positiv. Ein Ergebnis? Schauen Sie zum Community Center Barmbek°Basch. Dort sind u.a. Seniorentreffs, Kinder- und Tanzangebote, Bücherhalle, Erziehungsberatungsstelle und Mütterberatung unter einem Dach vereint. Erfahrungen mit veränderten Strukturen werden gesammelt – das Angebotsspektrum fortlaufend erweitert.

Resortübergreifend  wird kontinuierlich die Möglichkeit geprüft, ob bestehende Häuser im Bezirk (z.B. Seniorentreffs, Bürgerhäuser, Jugendhäuser, Elternschulen) sich ggf. für eine Öffnung und Nutzung auch für andere Generationen/Zielgruppen anbieten.

Interview: Hans Loose

Samstag, 12. November 2016

Bauprojekt „Martini 44“ startet mit Verspätung 

Heike u. Karl-Heinz (MARTINIS)
Für Bauherren und künftige Nutzer war es eine wirkliche Überraschung: im August hatte sich der ursprüngliche Hochbau-Anbieter stillschweigend verabschiedet. „Das Unternehmen aus dem Süddeutschen Raum war für uns weder telefonisch noch per Mail zu erreichen“, berichtet Peter Finke vom Bauverein der Elbgemeinden (BVE). Die Vertragsunterzeichnung verzögerte sich trotz mehrerer Kontaktversuche von Woche zu Woche – bis der BVE schließlich die Reißleine zog.
„Richtig sauer und ein bisschen traurig“ war Karl-Heinz K. vom Bewohner*innenverein MARTINIS. Diese werden 24 Wohnungen beziehen, drei davon sind  rollstuhlgerecht. Für den Verein, der sich vor sechs Jahren gegründet hat, ist es bereits die dritte Terminverschiebung. Karl-Heinz: „Irgendwann möchte man einfach nur umziehen“.
Unterdessen führte der BVE Gespräche mit zwei Unternehmen, die sich ebenfalls für den Auftrag beworben hatten. Doch die nutzen die Gunst der Stunde und verhandelten hart. „Wir hatten Riesenprobleme, ein neues Bauunternehmen zu finden“, erzählt Finke. Das Baugewerbe ist gut ausgelastet und boomt, die Mitarbeiter sind häufig auf Monate verplant. Die neuen Verhandlungen führten schließlich zum Ergebnis. Peter Finke betont:
Abriss Krankenhaus Bethanien Juni 2015
„Ein Erfolg und ein Kompromiss.“ Denn die Firma wird nicht morgen mit dem Bau beginnen, jedoch wohl noch vor Weihnachten die Baustelle einrichten. Der eigentliche Hochbau startet dann im März 2017, sofern das Wetter es zulässt. Zwei Jahre später sollen die neuen Nutzer einziehen: im Erdgeschoss die Vereine Kulturhaus, StadtteilarchivEppendorf sowie MARTINIerLEBEN, die Sozialstation Eppendorf und die Beratungsstelle für ältere Menschen „Hamburgische Brücke“. In den ersten Stock kommt die „Hamburgische Brücke“ mit einem Tagespflege-Angebot für Demenz-Kranke und einer ambulanten Wohnpflegegemeinschaft. Darüber 56 Wohnungen für Genossenschaftsmitglieder sowie für die MARTINIS.  „Den Kontakt erlebe ich als sehr angenehm “, sagt Heike W., Ansprechperson für den BVE. Wie Karl-Heinz ist Heike im Vorstand  des Vereins. Letztes Jahr im Dezember wurde feierlich der Kooperationsvertrag zwischen den MARTINIS und BVE unterzeichnet.
Die alte Krankenhaus-Aussenfassade steht noch
Die Mitglieder konnten an der individuellen Gestaltung der Wohnungen vielfältig mitbestimmen, z.B. bei Farbe, Bodenbelag und Kücheneinrichtung.  Die Zugänge zum und im Gebäude sind barrierefrei. Der Eingang zum neuen Saal des Kulturhauses Eppendorf (99 Plätze) wird im Inneren rollstuhlfahrergerecht mit Hilfe einer Hebebühne erreicht.  Ein aufwändiges Gerüst stützt derzeit die alte Fassade. Mit ihr soll ein Teil des Eppendorfer Stadtbildes erhalten bleiben. Und hinter dem Haus bleibt eine Remise stehen: eine alte Doppelgarage, in der die Hamburgische Brücke künftig Dienstfahrräder der Sozialstation reparieren will.
Die MARTINIS freuen sich indes darauf, gemeinsam alt zu werden. „Jeder hat seinen eigenen Bereich“, erklärt Karl-Heinz. „und wer will, nutzt den Gemeinschaftsraum.“ Es gibt bereits eine Warteliste, die aber – wie die Gruppe insgesamt - geschlossen ist.

 „26,8 Mio. € soll das Projekt kosten“, weiß Peter Finke. Durch die Verzögerung und erneute Partnersuche hat der BVE jetzt bedauerlicherweise mehrere Hunderttausend Euro mehr auf der Uhr.

Text und Bilder: Hans Loose

Freitag, 4. November 2016

Unser roter Platz hat jetzt erste Baumpaten
Im Großraum Eppendorfer Landstraße sind sie schon schöne Tradition. In unserem Quartier hingegen haben bisher nur wenige AnwohnerInnen und Geschäftsleute eine Patenschaft für „ihren“ Baum vor der Haustür übernommen.

Grünpflege im "Literarischen Garten"
Beispiel: der Platz über dem unterirdischen Denkmal „Verhörzelle“ am Ende der Geschwister-Scholl-Straße, angelegt vom Künstler Gerd Stange. Mit viel Liebe betreuen Ehrenamtliche aus dem Stadtteilarchiv seit vier Jahren seinen „Literarischen Garten“. Rund um die große Scheinquitte  pflegen sie dort weiße Rosen, Dickmännchen und Golderdbeere. „Leider wird immer wieder viel zertreten, aber eine Mitstreiterin bringt regelmäßig neue Ableger aus ihrem Schrebergarten mit“, berichtet Sabine Maurer. Logistische Unterstützung erhalten die Damen von Christian Bartz: wenn sie ihre Pflanzen wässern oder das Glasdach vom „Käfig“ säubern wollen, liefert der Apotheker frisches Nass per Gartenschlauch.
Anders die Situation Ecke Schede-/Frickestraße. Hier konnte „MARTINIerLEBEN (ME) gemeinsam mit Nachbarn vor drei Jahren den roten Platz einweihen. Seine Blumenkübel am Rande werden seitdem von Ulrike und Heida sehr schön bepflanzt und gepflegt. Nur der etwa 5 qm große Bereich hinter den Bänken – rund um die Weißbuche – ist noch Brachland.
Ortstermin am roten Platz
Um die Einzelheiten einer Patenschaft zu klären,  haben sich nun Vereinsmitglieder mit Jan Martens-Witte getroffen, einem der drei Baumkontrolleure im Bezirksamt Hamburg-Nord. Der Mann vom Stadtgrün hat 10.500 Straßenbäume in seiner Obhut. Beim Ortstermin erklärt er die Bedingungen: „Jede Patenschaft ist an einen Baum gebunden.“ Die Vereinbarung mit der Behörde ist unkompliziert und kostenlos, alle Aktivitäten gehen zu Lasten der Paten. Auf Antrag erteilt die Behörde den Ehrenamtlichen ihren Segen, allerdings, so Martens-Witte: „Die Bepflanzung darf eine Höhe von 50 cm nicht überschreiten, um Verkehrsteilnehmende nicht in ihrer Sicht zu behindern.“ Ein Zaun gegen Hunde-Pipi ist ebenfalls nicht erlaubt (Stolperfalle!). Der Fachmann empfiehlt in diesem Fall stachelige Pflanzen. Efeu ist auch verboten, es könnte am Stamm hochklettern und den Baum am Atmen hindern. Außerdem würde der Kontrolleur Baumschäden nicht erkennen. Sollte das Verhältnis zwischen Baum und Betreuer einmal in die Brüche gehen, die Patenschaft also gekündigt werden, fordert das Bezirksamt einen Rückbau.
Vor der Begrünung sollte der Boden aufgelockert, anschließend etwa 10 cm hoch Erde eingearbeitet werden. Achtung: Wurzeln nicht beschädigen! Rückschnitte an ober- und unterirdischen Teilen des Baumes sind ausdrücklich verboten. Unsere ME-Frauen haben sich zunächst für Katzenminze und die widerstandsfähige Rose „The Fairy“, einem smarten Bodendecker, entschieden. Sie wollen die Winterfeuchte mitnehmen. Daher wird Mitte November die Aufhübschung des roten Platz beginnen, ihren Antrag auf „Patenschaft im Straßenbegleitgrün“ haben die Ehrenamtlichen bereits gestellt. Nur: wo wir das Wasser für die Pflanzen hernehmen, ist noch nicht geklärt. 
Wer an der Baumpatenschaft am roten Platz mitwirken möchte, wende sich bitte an unser Quartiersbüro - Kontakt für weitere Patenschaften im Bezirksamt: Tel.:040 – 42804-6170

Text und Bilder: Hans Loose


Dienstag, 11. Oktober 2016


Flüchtlinge im Seelemannpark

Aufatmen an der Heilwigstraße und Umgebung: die Freunde des Seelemannparks werden ihre grüne Oase wohl künftig weiter nutzen können, wenn auch mit einigen Einschränkungen. Denn am Rande des Geländes  sollen in den nächsten Jahren befristet bis zu 90 Flüchtlinge leben. Der  Zentrale Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) plant dort Wohncontainer bzw. Holzhäuser als eine Folgeunterkunft aufzubauen. Das ist ein Ergebnis des Projekts "Finding Places", an dem sich jede/r BürgerIn beteiligen konnte.
 „Ziel ist das Erstellen einer ausgewogenen Planung zum größtmöglichen Erhalt der Parkfläche“, erklärt Christiane Kuhrt, Sprecherin des ZKF. Stand ist derzeit, dass sog. Temporärbauten (voraussichtlich Modulbauten, deren äußeres Erscheinungsbild noch geklärt werden muss) im östlichen Teilbereich des Parks - zur Bahnstrecke hin - errichtet werden. Frau Kuhrt betont: „Auch der Parkspielplatz wird weiter ohne Einschränkungen genutzt werden können und bleibt frei zugänglich.“ Und was wird mit den Bäumen?  „Eine Fällung von schützenswerten Bäumen ist nicht geplant.“
Betreiber der Einrichtung wird der Dienstleister „fördern&wohnen“. „F&w betreibt in Hamburg inzwischen mehr als 110 Standorte mit mehr als 23.000 Plätzen für die
Folgeunterbringung“, berichtet die Sprecherin. Der Dienstleister ist langfristig durch die FHH mit dieser Aufgabe beauftragt. Auch an die sozialpädagogische Unterstützung der Flüchtlinge ist gedacht. Frau Kuhrt:  „Im Betrieb jeder Einrichtung ist ein sogenanntes Unterkunfts- und Sozialmanagement installiert, das im Austausch mit den sehr guten sozialen Regelnetzwerken der Stadt (und den anderen Einrichtungen) sozialpädagogisch betreut.“

Sobald ein Lärmgutachten vorliegt, muss die Bezirksversammlung den Plänen für die Unterkunft noch zustimmen. Daher ist derzeit über den Baubeginn noch nichts bekannt. Christane Kuhrt kündigt an: „Auf jeden Fall werden wir rechtzeitig auf die Bürgerinnen und Bürger zugehen,  um Fragen und Bedenken zu klären.“ 
Unterstützung für das Projekt hat bereits die Initiative „Flüchtlinge in Eppendorf“ signalisiert.

Hans Loose

Donnerstag, 22. September 2016

Eppendorf barrierefrei erleben!

Niederschwelliges Einkaufen, Essen und Trinken im Stadtteil Eppendorf

Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sind ganz alltägliche Dinge wie Einkaufen, Restaurantbesuche oder der Gang in den Friseursalon oft mit unüberwindbaren Hürden verbunden, da für sie der Zugang durch Stufen erschwert oder manchmal verhindert wird. Das betrifft nicht nur Gehbehinderte oder Rollstuhlfahrende, sondern auch Eltern mit Kinderwagen oder Senior*innen, die auf Rollatoren angewiesen sind.
Hürden selbst erfahren.
Der Verein MARTINIerLEBEN und die Kirchengemeinde St. Martinus haben sich zusammengetan um einen Stadtteilführer zu erarbeiten, der für diese Gruppen eine nützliche Hilfe für den Alltag bietet und mühelose Orientierung im Stadtteil schafft. Und damit man weiß, wovon man spricht, begann alles mit einem Rolli-Selbstversuch. Eine Gruppe von Konfirmand*innen hat gemeinsam mit zwei Rollstuhlfahrenden aus der Zinnendorf Stiftung eine Erkundungstour durch Eppendorf unternommen, um die Barrierefreiheit zu prüfen. Danach wurden in einem zweiten Schritt alle Geschäfte und Einrichtungen mit niederschwelligen und barrierefreien Eingängen erfasst.
Gleich ist es geschafft!
Nun geht die Arbeit an dem Faltplan „Eppendorf Barrierefrei“ in die nächste Phase: Es folgt die grafische Umsetzung der gesammelten Daten und Fakten. Desweiteren sollen Inhaber*innen der ausgewählten Betriebe dafür gewonnen werden, die Herstellung des Faltplans mitzufinanzieren, indem sie eine Anzeige in dem Stadtteilführer präsentieren um somit ihren Kundenkreis zu erweitern. Natürlich können auch die Bewohner*innen Eppendorfs dieses Projekt mit einem Geldbetrag unterstützen.

Immer der Reihe nach...


Nachdem der barrierefreie Stadtteilführer gedruckt ist, wird der Faltplan an über 630 Haushalte in den Senioren-Wohnstiften im Martini-Quartier verteilt und in Eppendorfer Praxen und Geschäften ausgelegt.

Wenn der barrierefreie Stadtteilführer realisiert wird, kommt Eppendorf der Grundvoraussetzung von Inklusion ein Stück näher, nämlich in allen Lebensbereichen Strukturen zu schaffen, die es den Mitgliedern dieser Gesellschaft ermöglichen, gleichberechtigt und selbstbestimmt teilzuhaben – mit und ohne Behinderung. Denn Inklusion bedeutet Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung.

Wer eine Anzeige schalten oder spenden möchte, kann sich bei MARTINIerLEBEN unter Tel. 040-46 77 93 25 oder info@martinierleben.de melden.


Bankverbindung:
Verwendungszweck: Eppendorf Barrierefrei
MARTINIerLEBEN e.V.
Hamburger Sparkasse
BIC HASPDEHHXXX
IBAN DE68200505501234136404